Sagen um den Titisee

Wegen seiner einzigartigen Lage und seiner besonderen Farbe, die je nach
Jahreszeit von Dunkelgrün bis Tiefblau oder unergründliches Schwarz annimmt
ranken sich viele Geschichten und Sagen um den Titisee.
Seine Nähe zum Feldberg (höchster Mittelgebirgsgipfel Deutschlands)
taten ein Übriges; man kann den Berg im Hintergrund des Zuflusses sehen.
Der Höhenunterschied beträgt über 600m, obwohl der Titisee selbst über
850m hoch liegt.

Viele Sagen sind seit Generationen überliefert und deshalb gibt es viele
Variationen. Ich möchte Ihnen hier ein paar der Bekanntesten erzählen:

 

 

 

 

 

 

 

Es war einmal,

die versunkene Stadt.

Man erzählt sich, dass dort wo sich heute die Fläche des Titisees erstreckt,
einst eine mächtige Stadt mit einem Kloster stand. Die Stadt war sehr
reich und ihre Einwohner schwamen im Geld, sie verloren den Glauben
an Gottes Gesetze und die Ehrfurcht vor dem Brot. In ihrem Übermut
höhlten sie Brotlaibe aus und benutzten die Kruste als Schuhe, den Rest
verfütterten sie an die Tiere.
Die Strafe Gottes ob dieser Freveltat blieb nicht aus, der Himmel öffnete sich
und eine Sintflut überschwemmte die Stadt mit Mann und Maus. Die prächtige
Stadt mit ihren Türmen und Toren versank in einem unergründlichen See.
Die Sage besagt weiter, dass wenn man an einem stillen Sonntagmorgen
auf den See hinausrudert, könne man die Turmspitze des versunkenen Klosters
in der Tiefe erkennen und den dunklen Klang der Kirchenglocken aus dem See
hören. Weiter heißt es, dass wenn einst das Kloster in Friedenweiler in das Reich
der Tiefe sinkt, wird sich die Stadt und das Kloster wieder aus der Flut des
Titisees erheben.

 

Eine Variante der Geschichte besagt, dass eine Nonne sich dem ertrinkenden Vieh
auf den Weiden erbarmte und die reißenden Wassermassen des Seezuflusses mit ihrer
Haube bannte. Doch jedes Jahr verfault eine Faser der Haube und sollten sich die
heutigen Einwohner nicht zur Frömmigkeit und Bescheidenheit bekehrt haben, wenn
die letzte Faser sich auflöst, wird das Tal von einer neuen Sintflut heimgesucht.
(hoffentlich sind Sie dann nicht gerade bei uns in Ferien, ”Kleiner Scherz am Rande”)

Science Fiction anno 1800

Eine weitere Sage erzählt, am neu entstanden See werden die Menschen mit vielen
Wagen und Zügen ohne Vorspann von Ochs und Roß am See entlang und die Berge
hinauf fahren und zwar schneller als ein Pferd galoppieren kann. An den neuen Ufern
entstünden Schlösser, in denen viele tausend Menschen wohnten. Die Menschen wären
sogar in der Lage wie Fische den See zu durchschwärmen.
Interpretiert man die Aussage, so hat sich die Weissagung erfüllt.Eisenbahnzüge fahren
heute mühelos bis zur Station Bärental und unsere Autos bringen uns überall hin.
Die großen Schlösser sind unsere Hotels, die Tausenden von Gästen Unterkunft gewähren.
Wollen Sie wie die Fische den See durchschwärmen so benutzen Sie eines der zahlreichen
Tret- oder Ruderboote.

Die unergründliche Tiefe

Der Grund des Sees befindet sich in einem vom ehemaligen Feldberggletscher ausgeschürften
Felsental. In diesem Felsental bewegt sich durch unterirdische Quellen ständig ein tiefes Schlammbett.
Erst mit modernsten Mittel ist es in den achtziger Jahren gelungen die Tiefe des Sees festzustellen.
Trozdem streiten sich immer noch die Gelehrten ob 44, 45 oder 48 Meter.
Hierzu gibt es folgende Sage:

Einst wetteten die Einwohner in der Wirtschaft um die Tiefe des Titisees, der Mutigste von ihnen
sollte auf den unheimlichen See hinausfahren um mit Hilfe von Lot und Schnur die Tiefe zu bestimmen.
Der wackere Mann hatte bereits 100 Ellen Schnur abgerollt und es war noch kein Ende abzusehen.
Plötzlich gab es einen heftigen Ruck an der Schnur der das Boot fast zum Kentern brachte und eine
dumpfe Stimme erklang aus dem See: “Misst du mich, dann fress ich dich”.Voller Angst ruderte
der Unerschrockene in aller Hast an Ufer und erzählte die Geschichte seinen Wettkumpanen.
Seit diesem Tag hat niemand mehr versucht die Tiefe des Sees zu erforschen.

 

Ich hoffe die Erzählungen haben Ihnen gefallen, Auf dem Bild oben sehen sie meinen verstorbenen Vater
der mir früher die Sagen erzählt hat, nun ist es meine Aufgabe sie an die nächste Generation
weiterzugeben.

Ihr Hans-Jörg Franz

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